Wenn Du mal so richtig was erleben willst, dann bist Du in Prag genau richtig. Prag kann nämlich mit Berlin, Amsterdam, Barcelona und Co absolut mithalten. Und das nicht nur in kultureller Hinsicht beim klassischen Sightseeing, sondern eben auch wenn es um Vergnügen und das Nachtleben geht. Von urigen Lokalen und Biergärten über riesige Clubs, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken, hunderte von Bars in allen Variationen (Keller, Terrassen, Dächer…), kleinen Pubs, House Partys bis hin zu Gourmet Restaurants und Casinos ist alles vorhanden. Aufregender und abwechslungsreicher geht es kaum. Und das Beste daran: Im Vergleich zu anderen Party-Städten lockt Prag mit unschlagbaren Preisen.

john lennon wall prag

Natürlich ist das Angebot überwältigend und es ist gar nicht so einfach, sich zu entscheiden. Ich hab mir also mal eine Liste zusammengestellt und bin auf Prag Tour gegangen. Allerdings war es bald aus mit der Liste, denn auf meiner Tour habe ich wieder Tipps bekommen, bin diesen gefolgt und habe mich dann dementsprechend einfach treiben lassen. Vielleicht sowieso die beste Art eine Stadt kennenzulernen.

bier pragVorweg: Ich bin ein Bier- und Weinliebhaber. Klar schmecken mir auch Cocktails und Whisky. Aber Bier ist nun mal Bier und Wein ist Wein, da kommt nichts anderes so leicht mit, das liegt mir wahrscheinlich in den Genen. Und die Tschechen brauen weltmeisterliches Bier. Ich habe meinen Abend also bereits am Nachmittag angefangen und bin erst einmal der Empfehlung meines Hotelrezeptionisten gefolgt und zum Letná Park gefahren. Der liegt östlich der Burg, man findet dort das Metronom und eine Hammer Aussicht auf die Stadt. Und klar, ein Biergarten darf da auch nicht fehlen. Touristen sah ich da kaum, ich habe also gemeinsam mit vielen Einheimischen Bier aus Plastikbechern getrunken. So bin ich auch ins Gespräch mit einer Gruppe von Studenten gekommen, die mir prompt ein paar Lokal Empfehlungen gegeben haben. Also beschloss ich, die Location, die unisono als der Favorit genannt wurde, aufzusuchen. Angeblich ein Ort, wo wenige Touristen hinfinden.

Also nichts wie hin. Auf ins U Sudu. Und zwar schnell, weil je eher man dort auftaucht, umso besser, denn zu Stoßzeiten bekommt man nur schwer noch einen Platz. Ich war begeistert. Ein scheinbar winziges Lokal von außen betrachtet, eröffnet sich eine Welt von scheinbar nie enden wollenden Kellergewölben. Die Karte ist top: Tschechisches Pivo (Bier), gute Weine und natürlich auch Cocktails und Co. Bier, gute Musik, viele Studenten und Einheimische und so schnell konnte ich gar nicht schauen, hatte ich mir bereits neue Freunde gemacht. Irgendwann meldete sich der Hunger. Auch wenn Bier angeblich Nahrung ist, wollte mein Körper dann doch richtiges Essen. Meine neuen Freunde kamen gleich mit. Oder wohl eher umgekehrt. Ich folgte ihnen.


Wir ziehen heute noch um die Häuser, da brauchen wir eine gute Unterlage, wurde mir gesagt. Also essen wir heute Hausmannskost. Auch gut. Und so kam ich ins Kolkovna im jüdischen Viertel von Prag. Das Essen war echt lecker, traditionell tschechische Küche. Und das Bier auch. Irgendwo zwischen der Diskussion welcher Nachtclub wohl der Beste sei oder ob es nicht doch besser ist, einfach durch alle Bars zu ziehen (zum Schluss wurde sich darauf geeinigt, dass das eine das andere ja nicht ausschließt), kam die Sprache auf ein Casino und wir sollten doch unser Glück versuchen. Gewinnen wir, geht’s ab in die Touristen Disco. Verlieren wir, vielleicht doch nur in die Bars. Oder vielleicht kennt ja der eine oder andere wieder jemanden, der bei der House Party an der Tür steht. Zwischendurch wieder in Tschechisch gelabert, da verstand ich dann nicht, worum es ging.

Jedenfalls standen wir dann bald vor dem Hilton, wo es anscheinend ein Casino gibt. Na wenn schon denn schon. Ich war zum ersten Mal in einem derart noblen Etablissement zu Gast. Und war überwältigt von der großen Auswahl, dem vielfältigen Angebot. Staunte über diese Glitzerwelt und noch viel mehr, als wir tatsächlich Geld gewannen.


Abgemacht ist abgemacht. Wir zogen also um die Häuser, ließen uns treiben, von Bar zu Bar. Leider hatte ich zu dem Zeitpunkt schon mehr als ein paar Bier intus und daher kann ich mich nicht mehr großartig an alle erinnern. Mein Tipp hier: Lass Dich treiben und entdecke die Stadt für Dich. Geh hinein, wo es Dich hinzieht, in die Bar, die Dich anspricht.

Und weil wir ja gewonnen haben, wurde ich dann auch in eine der “Touristen Discos” geführt, wie meine neuen Freunde sie schmunzelnd nannten. Wobei das einfach nur heißt, dass die Preise halt nicht ganz so billig sind wie sonst wo. Aber eben auch trotzdem nicht so hoch wie anderswo in anderen Städten Europas. Wir landeten in einem Tanzpalast gleich bei der Karlsbrücke, 4 Stockwerke (oder waren es 5?) mit jeweils anderer Musik. Hip Hop hier, Dance dort, Musik der 80er woanders, und was weiß ich wie die Musikrichtungen alle heißen. Der Laden war jedenfalls gut besucht und alle waren großartig gelaunt. Und ich tanzte wie noch nie.

Der Kater am nächsten Morgen war auch enorm. Aber er war es wert. Prag, oh Du mein Prag. Ich komme wieder!  

Kommentar schreiben